Light Leaks in Lightroom


Der Titel klingt fast wie ein Zungenbrecher, doch ich möchte euch heute zeigen, wie ihr in Adobe Lightroom sogenannte Light Leaks erzeugen könnt. Fangen wir aber mal von vorne an:

Was sind Light Leaks?

Light Leaks sind ein fotografisches Phänomen, was hauptsächlich bei älteren, billigen Analogkameras auftritt. Im Grunde ist die Kamera nicht dicht und es gelangt Licht auf den Film, wo wir ihn nicht haben wollen. Bei Lomography habe ich mir ein paar Bilder angeschaut, wie denn echte Light Leaks so aussehen. Meistens sind sie rötlich, werden nach innen eher orange / grünlich und haben oftmals richtig helle / ausgebrannte Stellen. Meist eher senkrechte Streifen, mal harte und mal weiche Übergänge. Manchmal ragen sie aber auch nur von oben oder unten leicht ins Bild hinein.

Das wollen wir uns nun merken, wenn es an das Imitieren von Light Leaks in Lightroom geht.


Light Leaks in Lightroom

Womit fangen wir an? Mit Lightroom. Ich benutze Lightroom 5, doch auch mit Lightroom 4 sollte es problemlos gehen. Hier müsst ihr nur auf den Radialfilter verzichten.
Wir können benutzen:
  • Verlaufsfilter
  • Radialfilter
  • Korrekturpinsel
Außerdem lernen wir, wie man Filter dupliziert und Filtereinstellungen abspeichert.

Schritt 1: Bild nach Wahl bearbeiten

Dieser Schritt ist klar - wir brauchen ein geeignetes Bild und bearbeiten es nach unseren Wünschen so, dass es vielleicht sogar ein wenig nach Film aussieht.



Schritt 2: Rote Light Leaks erzeugen

Wie oben erwähnt, sind die meisten Light Leaks außen rötlich - diese Bereiche wollen wir zuerst erzeugen. Damit es ein wenig natürlicher aussieht, benutze ich für's erste einen Radialfilter. Damit ich ihn so groß machen kann, muss ich aus dem Bild hinauszoomen - hierfür müsst ihr das kleine Dropdown-Menü über dem Navigator nutzen.

Meine Grundeinstellungen für rote Light Leaks seht ihr im Screenshot. Wenn euch die Einstellungen gefallen, dann speichert sie ab. Hierfür auf den Effekt selbst klicken, damit das Dropdown-Menü für die verschiedenen Voreinstellungen erscheint. Ganz unten auf der Liste seht ihr u.a. "Aktuelle Einstellungen als neue Vorgabe speichern" - genau hiermit erstellt ihr euch ein Preset dafür.





Schritt 3: Light Leaks innen orange einfärben

So, die roten Flächen hätten wir nun. Von den echten Light Leaks sind wir aber noch ein Stück weit entfernt. Nun benutze ich einen linearen Verlaufsfilter mit Einstellungen, die ihr im Screenshot seht. Genau senkrecht wird es dann, wenn ihr die Shift-Taste während dem Erstellen gedrückt haltet. Wenn ihr zufrieden seid, dann speichert es euch ruhig wieder als Preset ab. (Bei mir heißt es "green", weil es pur angewendet ziemlich grün wird ;) )


Nun kommt ein kleiner "Trick", denn ich möchte nur einen Streifen und nicht alles bis zum Rand einfärben. Ich gehe wie folgt vor:
  • Strg + Alt drücken und den Filter verschieben → Der Filter wurde dupliziert!
  • Alle Einstellungen sind noch erhalten, nun einfach jeweils mit einem + oder - die Zahlenwerte umkehren, damit der Filter alles vorherige rückgängig macht.
  • Hat man zusätzlich eine Farbe eingestellt, den Farbwert um 180° verschieben - diese Farben heben sich komplett auf.
Ich habe mir für meine Light Leak Presets einfach jeweils ein Preset erstellt, welches jede Änderung rückgängig macht.


    Schritt 4: Ausgebrannte Stellen hinzufügen

    Genau dieser Teil fehlt uns noch: Ein paar helle Stellen ;)
    Damit uns nicht langweilig wird, benutze ich mal einen Radialfilter. Hier ist es wichtig, dass wir die Maske umkehren. Ich mache ihn ganz schmal und lang, die Weiche Kante kann ich ruhig dabei auf 100 belassen. Die Belichtung hängt von eurem Motiv ab, ich fand +2 ganz passend hier.


    Andere Herangehensweise

    Ich hätte noch eine Alternative anzubieten. Wenn der Effekt nicht stark genug ist, die Regler aber nicht mehr hergeben, so nutzen wir doch einfach zwei Filter. Ihr wisst ja: Strg + Alt + Filter verschieben führt dazu, dass einfach der Filter dupliziert wird. Genau das habe ich mit dem roten Light Leak gemacht. Danach einfach wie vorhin den grün / orangenen Filter in die Mitte gesetzt (mit zwei Verlaufsfiltern) und einen Radialfilter für die Belichtung.


    Weitere Ergebnisse

    Spielt einfach! Testet aus, was möglich ist. In den folgenden Beispielen habe ich umso mehr den Korrekturpinsel angewendet und einfach drauf los gebastelt:




    Lasst eurer Kreativität freien Lauf, schaut euch ein paar echte Light Leaks an und versucht es an euren Bildern.

    Ihr habt es ausprobiert? Prima! Dann postet es doch hier in den Kommentaren!

    4 Kommentare:

    1. Wieder ein toller und interessanter Artikel!

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    2. Toller Effekt:)

      Gruß Toni
      http://toniax.blogspot.de/

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    3. Hi!
      Ich habe das gleiche auch vor ein paar Monaten für mich herausgefunden. Finde es super, dass man das ganze dann auch wieder als Preset speichern kann und beliebig oft anwenden kann.
      Habe es bei meinen Bildern aus der Türkei ausprobiert: http://journal.markusthoma.com/tuerkei-2015/

      Zwar nicht so extrem, finde aber sie sehen dadurch schön "abgeranzt" aus.

      Gruß,
      Markus

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