Feuerwerk fotografieren


Vielleicht lag bei dem ein oder anderen von euch eine Kamera unter dem Weihnachtsbaum. Oder das Weihnachtsgeld hat ausgereicht, um sich nun endlich die Kamera zu holen, die man schon immer haben wollte.

Viele ziehen nun zu Silvester los und wollen das Farbenspiel am Himmel festhalten - und sind oft enttäuscht, weil es nichts wird. Damit ihr nicht voller Frust verzweifelt, habe ich euch heute ein paar Tipps zum Fotografieren von Feuerwerk zusammengeschrieben.


Nikon D90 | 35mm | f/8 | 3,5s | Iso 100

Ihr braucht:
  • eine Kamera, manuell einstellbar
  • Fernauslöser (egal ob Kabel, Infrarot, Handy,...)
  • ein Stativ
Ein Fernauslöser ist nur schwer zu ersetzen, ein Stativ ist unter Umständen improvisierbar. Wir können einen Sack Reis oder ein Kirschkernkissen nehmen, damit die Kamera auf einem Stück Mauer ruhig liegen bleibt. Seid kreativ, aber passt auf die Kamera auf!

Welches Objektiv?

Nun, wenn ihr die Kamera neu habt, ist wahrscheinlich das Kit-Objektiv, meist ein Brennweitenbereich von 18-55mm, dabei. Das ist prima! Je näher ihr an das Feuerwerk kommt, desto geringer darf die Brennweite sein.

Nikon D90 | 35mm | f/8 | 7,1s | Iso 100

Feuerwerk anfokussieren

Hat eure Kamera einen Schalter für manuellen Fokus? Prima! Ihr solltet wissen, von wo die Raketen abgeschossen werden. Nun fokussiert ihr auf diese Stelle und stellt die Kamera direkt danach auf manuellen Fokus - ohne den Fokusring zu berühren! Dies sollte ausreichen, damit ihr euch nicht mehr um das Scharfstellen kümmern müsst.

Nikon D90 | 35mm | f/11 | 3,6s | Iso 100

Die Belichtung

Wir begeben uns nun in den manuellen Modus. Keine Angst, halb so schlimm ;)
Die Belichtung eines Bildes besteht im Grunde aus 3 Faktoren: die Blende, die Belichtungszeit und die Empfindlichkeit. Mehr über Kamera-Grundwissen gibt's hier. Die Empfindlichkeit stellen wir ruhig auf etwas niedriges, z.B. ISO 100, je nach Kamera auch 200. Die Blende wird ein wenig geschlossen, wir stellen sie nun auf f/8. Doch aufpassen: Je näher wir am Feuerwerk sind, desto heller ist es auch. Hier kann es sein, dass man noch weiter abblenden (z.B. f/11) muss. Hier kann ich euch kein Rezept geben, das muss man ausprobieren.

Fehlt nur noch eines, oder? Die Belichtungszeit.
Hier kommt der Fernauslöser ins Spiel! Denn wenn wir an der Kamera BULB einstellen (oft mit einem B gekennzeichnet), steuern wird die Belichtungszeit komplett selbst. Wir drücken also so lange auf den Fernauslöser, solange wir etwas aufnehmen wollen. Fast wie ein Video. Bei einigen Fernauslösern drückt man einmal für den Beginn und ein zweites Mal für das Ende der Belichtung.

Nikon D90 | 35mm | f/8 | 3,4s | Iso 100

Weitere Tipps

Was könnte noch helfen?
  • Wenn eure Kamera Spiegelvorauslösung besitzt, dann nutzt diese. So schließt ihr Verwackelungen durch den Spiegelschlag aus
  • Fotografiert in JPEG & RAW! Auch wenn ihr noch keine Ahnung von Raw-Bearbeitung habt, könnt damit noch viel mehr erreichen, sollte ein Bild zu dunkel/zu hell sein. Sobald ihr mehr über Raw wisst, könnt ihr euch die Bilder wieder vornehmen und neu bearbeiten.
Doch egal wieviel ihr fotografiert: Vergesst nicht, selbst zu feiern ;)


Weitere Tipps der Leser:

D: Röder:
  • Den Fernauslöser kann man ersetzen, in dem man den Selbstauslöser benutzt. Das bedeutet aber auch, dass man auf den "BULB-Modus" verzichten muss, was aber kein Problem ist.
  • Ich stelle meistens eine lange Belichtungszeit ein (mehrere Sekunden) und benutzte eine schwarze Pappkarte um zwischenzeitlich das Objektiv von vorne zu verdecken. So kann man Feuerwerkspausen überbrücken, bzw. nur die Explosion der Rakete aufnehmen, ohne dass man z.B. den Feuerschweif der aufsteigenden Raktete aufnimmt. Oder man kann dadurch verschiedene Höhepunkte des Feuerwerks auf ein Foto bannen. Dabei sollte man mit der Pappe natürlich möglichst nicht das Objektiv berühren bzw. ggf. die Kamera damit verschieben.

Daniel Körner:
  • Oft wird auch geraten, gerade bei grünem Licht weiter abzublenden, weil der Sensor ja irgendwo für Grün empfindlicher ist als für andere Farben. Kann ich bestätigen, der Grünkanal überläuft schneller als andere, da wird Beispielsweise auch empfohlen die Blende zu erhöhen auf 11.

12 Kommentare:

  1. Ich habe es mir dieses Jahr auch mal zur Aufgabe gemacht unbedingt das Silvesterfeuerwerk festzuhalten :) Dank deiner kleinen Tipp-Liste kann jetzt nichts mehr schief gehen ;)

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    1. Das würde mich freuen, wenn es klappt! :)

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  2. Hi! Darf ich noch etws ergänzen? ;)

    - Den Fernauslöser kann man ersetzen, in dem man den Selbstauslöser benutzt. Das bedeutet aber auch, dass man auf den "BULB-Modus" verzichten muss, was aber kein Problem ist.
    - Ich stelle meistens eine lange Belichtungszeit ein (mehrere Sekunden) und benutzte eine schwarze Pappkarte um zwischenzeitlich das Objektiv von vorne zu verdecken. So kann man Feuerwerkspausen überbrücken, bzw. nur die Explosion der Rakete aufnehmen, ohne dass man z.B. den Feuerschweif der aufsteigenden Raktete aufnimmt. Oder man kann dadurch verschiedene Höhepunkte des Feuerwerks auf ein Foto bannen. Dabei sollte man mit der Pappe natürlich möglichst nicht das Objektiv berühren bzw. ggf. die Kamera damit verschieben.

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    1. Hi,
      ja super Ergänzung! Das mit dem Selbstauslöser stimmt, auch wenn man hier nicht mehr so genau abschätzen kann, wann man startet. Aber in Verbindung mit der schwarzen Pappe sollte das gut klappen! Sehr gute Idee, ich werde es später mit in den Artikel einbauen :)

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    2. Super! Das freut mich!
      Schönes Restjahr noch! ;-)

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  3. Leider sind die "normalen" Feuerwerke zu Silvester ja kaum so sehenswert, wenn man die mit professionellen vergleicht. :) Oft wird auch geraten, gerade bei grünem Licht weiter abzublenden, weil der Sensor ja irgendwo für Grün empfindlicher ist als für andere Farben. Kann ich bestätigen, der Grünkanal überläuft schneller als andere, da wird Beispielsweise auch empfohlen die Blende zu erhöhen auf 11. http://i.imgur.com/ZzIgW5y.jpg

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    1. Ich bin schon davon ausgegangen, dass man ein größeres Feuerwerk fotografiert :) Die Feuerwerke zum Selbstkaufen finde ich ebenfalls nicht so schön ;)

      Das mit dem Grünkanal ist interessant, ich habe bisher nur Probleme mit LEDs gehabt. Wie weit man abblendet, kommt aber natürlich noch auf Emfindlichkeit und Entfernung zum Feuerwerk an.

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  4. Hallo!
    Ich habe da noch eine Frage, benutzt man denn einen Graufilter bei sehr langer Belichtungszeit (<10s), oder wird das trotzdem zu dunkel?
    Viele Grüße und Dankeschön, für diesen super Post!
    Izzy :)

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    1. Hallo Izzy,
      man könnte auch weniger abblenden (z.B. nur auf f/2,8) und stattdessen einen Graufilter benutzen. Hier verliert man allerdings an Schärfe, was ja weniger erwünscht ist. Für Feuerwerksfotografie kommt man sehr gut ohne Graufilter aus :)

      Einen Graufilter braucht man eigentlich nur dann, wenn:
      - man nicht weiter abblenden kann (z.B. damit man sehr lange Belichtungszeiten erreicht)
      - man nicht weiter abblenden will (z.B. Blende f/1,4 bei Sonnenschein)

      Liebe Grüße!

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    2. Dankeschön für deine ausführliche Antwort! :D
      Grüße, Izzy

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  5. Hallo Zusammen,
    Ihr solltet mal die LiveBulb oder LiveComposite Funktion der Olympus Kameras ausprobieren, HIer sieht man direkt bei der Aufnahme wie sich das Bild entwickelt und man kann zur richtigen Zeit die Belichtung beenden.

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    1. Ich kenne Olympus nicht, das hört sich aber nach einer interessanten Funktion an! :) Danke für den Tipp!

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