Bilder vergrößern

oder: Wenn mir keine andere Wahl bleibt

Dies ist ein Thema, welches ich jahrelang erfolgreich vermieden habe: Bilder zu vergrößern. In Krimiserien sieht man die ganze Zeit, dass ein niedrigauflösendes Bild von einer billigen Überwachungskamera genommen wird, wo im Hintergrund der Mörder durch das Bild läuft. Die Profis nehmen sich dem Bild an und *schwupps* hat man ein hochauflösendes Portrait des Mörders. Dann kann es ja gar nicht so schwer sein, ein pixeliges Bild auf Leinwand zu drucken? Wo vorher der Baum nur Pixelmatsch war erkennt man nun die Eichhörnchen in der Baumkrone?

Natürlich nicht, maßlose Übertreibung. In Wirklichkeit kann man nichts herbeizaubern, was nicht schon im Bild zu sehen ist. Allerdings ist auch nicht alles verloren, wenn wir nur noch ein kleines Bild besitzen. Das kann mal passieren, wenn das Original und kein Backup vorhanden ist - nur das Bild, was man hochgeladen hatte. So ist es mir nun geschehen. Dedüm.
(nicht mit dem Beispielbild, sondern - leider - mit ein paar Bildern aus meinem Selbstportrait-Projekt.)

Doch was tun?

Nicht verzweifeln. Okay, ein bisschen. Natürlich darf man sich nichts vormachen, Plakate werde ich mit den Bildern nicht mehr drucken können. Doch können wir das Bild zumindest auf eine annehmbare Größe bekommen. Eine Größe, in der ich zumindest ein kleines Fotobuch daraus machen kann.

Interpolation

Dieses Wort - bzw. ebenso "interpolieren" - bedeutet, dass wir nicht genug Information haben und die Werte dazwischen herausfinden müssen. Der Kaffee ist nach dem Brühen zu heiß, aber nach 30min zu kalt? Irgendwo dazwischen liegt der Wert, der eurer gewünschten Trinktemperatur entspricht. Jetzt haben wir schon interpoliert ;)

Zwei verschiedene Ansätze

Wir können nun einfach die Bildgröße auf unser gewünschtes Endformat ändern, das Programm rechnen lassen und fertig. Es gibt jedoch die Theorie von Scott Kelby, dass die Bildqualität weniger leidet, wenn wir die Bildgröße nur in Schritten von 10% ändern - bis wir unser Endformat erreicht haben. Ich habe das einfach mal ausprobiert - am Extremfall, ein Bild auf 400% seiner Ursprungsgröße zu vergrößern.

Klickt auf die Bilder, dann werden sie groß!



Hier sieht man, dass die Vergrößerung in einem Schritt das ganze Bild pixeliger aussehen lässt, als die schrittweise Vergrößerung. Das rechte Bild hingegen ist nun ziemlich unscharf geworden.


Selbst nach dem Nachschärfen erreiche ich nicht die gleiche Schärfe, wie im Bild links. Vielleicht sind die 10%-Schritte zu klein? Probieren wir es mal mit 50% Schritten:


Es ist definitiv besser! Man muss sich wohl selbst herantasten, welche Methode man für die eigenen Bilder anwenden möchte. Aber nun zur genauen Umsetzung!

Bilder vergrößern in GIMP

GIMP ist Freeware, also greife ich gerne darauf zurück. Es läuft sowohl unter Windows, als auch Linux, perfekt für mich also :P .

Gehen wir nun einfach von dem Fall aus, dass wir das Bild "nur" auf 200% Seitenlänge vergrößern wollen - achtung, jeder Pixel wird immerhin vervierfacht!


Es fängt einfach damit an, dass wir das Bild öffnen und auf Bild → Bild skalieren klicken.


Hier wählen wir als Einheit Prozent aus und stellen die Werte auf 200%. Die Werte der Auflösung (in ppi) interessieren uns nicht. Es gibt verschiedene Arten der Interpolation: In Gimp sind die besten Kubisch und Sinc (Lanczos3). Ich habe in der Praxis keinen Unterschied feststellen können, was das Vergrößern von Bildern angeht. Beim Verkleinern bevorzuge ich jedoch Lanczos.


Wir können nun schauen, ob wir unser Bild durch Schärfen verbessern können. Hierbei greife ich auf Filter → Verbessern → Unscharf Maskieren zurück, was mir eine gute Kontrolle über die Schärfe des Bildes bietet. Hier sollte man ausprobieren, was gut aussieht. Mein Bild ist nur wenig unscharf, weshalb ich eher geringfügig schärfe. Rauscht euer Bild sehr, lohnt es sich, den Schwellwert ein wenig herauf zu setzen. Hierbei werden größere Flächen weniger geschärft als Kanten.

In Photoshop funktioniert es genau so, die Ergebnisse sind meiner Meinung nach sogar teilweise besser.

Zusammenfassung

  1. Wir können nicht zaubern!
  2. Stufenweise vergrößern oder in einem Rutsch? Entscheidet selbst!
  3. Die entstandene Unschärfe ist noch besser zu ertragen als eine Pixelschlacht auf der Leinwand.

Ich hoffe für euch, dass ihr dieses Problem nie haben werdet. Und falls doch, denkt an dieses Tutorial und probiert es einfach aus! ;)

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